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Glossare

Begriff Definition
parentage

Für die Beurteilung einer Abstammung auf der Basis von DNA-Werten benötigt jedes der beteiligten Tiere eine DNA-Typisierung an einer bestimmten Anzahl von speziellen DNA-Markern.

Die Gesamtheit aller erstellten Markerwerte eines Tieres ist dessen DNA-Profil 'Identität'. Es identifiziert ein Tier ein-eindeutig. 

Jeder Marker liefert 2 DNA-Werte (Allele), einer von der Mutter, der andere vom Vater:

Beispiel:

Marker1-Nachkomme: 112/118

Marker1-Mutter: 118/118

Marker1-Vater: 112/124

Tiere, deren Proben an denselben Markern, mit derselben Methode typisiert worden sind, können miteinander abgeglichen werden.

Eine Abstammungsangabe gilt als bestätigt, wenn die Allelwerte des Nachkommen auf die Allelwerte der angegebenen Elterntiere zurückzuführen sind UND mit ausreichender statistischer Sicherheit die Übereinstimmung nicht durch Zufall entstanden ist, sondern weil es sich bei den angegebenen Elterntieren auch um die genetischen Elterntiere handelt.

Weist die Probe eines Nachkomme an mehreren Markern Allelwerte auf, die sich bei den Proben der Elterntiere nicht finden, so müssen folgende Alternativen abgewogen werden:

1. Die Probe des Nachkommen, oder des/der ausgeschlossenen Elterntiere wurden vertauscht

Diese Ursache muss als Erstes in Betracht gezogen werden, wenn die untersuchten Proben nicht bereits in anderen Untersuchungen verifiziert worden sind.

Vorgehen: Erneute Probenahme.

2. Die Proben sind korrekt und die Abstammung stimmt; die Unstimmigkeiten beruhen auf  Mutationen der untersuchten Marker

Bei manchen Markern kommt es bei der Bildung der Keimzellen zu Mutationen, so dass die Nachkommen einen anderen Allelwert aufweisen. Deren Häufigkeit muss in der statistische Bewertung berücksichtigt werden. Die Anzahl der tolerierten Mutationen korreliert mit der Anzahl der untersuchten Marker - untersucht man viele  Marker, finden sich auch mehr Mutationen.

 

 

 

PRA

Unter PRA (fortschreitender Abbau der Netzhaut) wird eine Vielzahl von Krankheitsbildern zusammengefasst, die unterschiedlichen Lebensabschnitten auftreten und langsam fortschreitend letztendlich zur Erblindung führen. Als genetisch bedingte Auslöser sind Defekte in einer Vielzahl verschiedener Gene identifiziert worden, die abh. von Spezies und Rasse von unterschiedlicher Bedeutung sind.

Unterschieden werden:

  • Dysplasien der Photorezeptoren
  • Atrophien der Photorezeptoren

Dysplasien der Photorezeptoren treten bereits ab 6 Monaten auf und führen nach 1-2 Jahren zur vollständigen Erblindung. Betroffene Rassen: Gordon- und Irish Setter, Collie, Rauhhaardackel, Schottischer Schäferhund, Nordischer Elchhund, Abessinier und Perserkatzen.

Atrophien der Photorezeptoren treten später auf und zeigen unterschiedliche zeitliche Verlaufsentwicklung.

Einige der beteiligten Gene sind identifiziert und können DNA-analytisch hinsichtlich ihres Beitrags zu einer Erkrankung bewertet werden.

 

 

prcd-PRA

Beteiligte Erbanlagen 

DNA-Test

Epidemiologie und Genetik zur Testbeurteilung

Klinik der Erkrankung

Empfehlung

Beteiligte Erbanlagen 

Gen   Bedeutung   Vererbung   Quelle
PRCD
  auslösende Ursache
  autosomal-rezessiv
  Zangerl et al., Genomics 88 (2006) 551-563


DNA-Test
 

Kennzahlen:

  • Häufigkeit der Erkrankung vor Einführung des Tests: Nicht bekannt
  • Entwicklung der Häufigkeit nach Einführung des Tests: Nicht bekannt
  • Sensitivität: 100% ('betroffen' führt immer zur Erkrankung)
  • Spezifität: 100% (nicht betroffen  = 'frei' oder 'Träger', führt nicht zur Erkrankung)
  • Testverfahren evaluiert: Nein

Die Ausführung des Tests ist dem Inhaber des Patentes und seinen Lizenznehmern vorbehalten. Generatio organisiert die Untersuchung dort. Links: Optigen

Allelausprägungen und Befunde prcd-PRA-Test

 Allele   Befund    Bedeutung
 N/N
frei 2 normale Erbanlagen
 N/PRA  Träger Die Mutationswirkung wird nicht eintreten, kann aber vererbt werden.
PRA/PRA  'betroffen' Die Krankheit wird ausgelöst und die Anlage wird vererbt.


Epidemiologie und Genetik zur Testbeurteilung   

Für die Bewertung eines DNA-analytischen Testverfahrens zu einer bestimmten Erkrankung sind folgende Größen von Bedeutung:

1. Häufigkeit mit der die Erkrankung in einer Population vorkommt (Prävalenz)..
2. Häufigkeit des Genotyps 'betroffen' bei den Tieren, die die Krankheit zeigen (Sensitivität).
3. Häufigkeit des Genotyps 'nicht betroffen' bei den Tieren, die die Krankheit NICHT zeigen (Spezifität).

Die Test identifiziert mit der Mutation sicher die Ursache, die zur prcd-PRA führt. Spezifität und Sensitivität liegen bei 100%. Das heisst jedes Tier, das ein Defektallel trägt, wird auch sicher erkannt und Tiere, die das Allel nicht reinerbig tragen, werden auch nicht an der prcd-Form der PRA erkranken.

Die prcd-Form der PRA ist bisher klinisch nur mit histopathologischen Methoden eindeutig von anderen Formen der PRA abzugrenzen. Hier bietet der Test ein gutes Hilfsmittel. Trägt ein Tier an beiden PRCD-Loci Defektallele handelt es sich um eine prcd-PRA.

Klinik

Unter PRA (fortschreitender Abbau der Netzhaut) wird eine Vielzahl von Krankheitsbildern zusammengefasst, die im späteren Lebensabschnitt auftreten und langsam fortschreitend letztendlich zur Erblindung führen. Als genetisch bedingte Auslöser sind Defekte in einer Vielzahl verschiedener Gene identifiziert worden, die abh. von Spezies und Rasse von unterschiedlicher Bedeutung sind.

Die durch Mutation im PRCD-Gen verursachte Form gehört zu den häufigeren, ist jedoch auf bestimmte Rassen beschränkt. PRCD ist die Abkürzung für 'progressive rod-cone degeneration (fortschreitende Stäbchen-Zapfen Degeneration).

Das Krankheitsbild unterscheidet sich kaum von Photorezeptordysplasien oder - degenerationen. Die klare Abgrenzung gegenüber anderen PRAs mit ähnlich spätem Beginn und langsamem Verlauf ist nicht eindeutig möglich. Das Alter beim Eintreten der Erkrankung und die Geschwindigkeit des Verlaufs können sowohl innerhalb einer Rasse als auch zwischen einzelnen Rassen deutlich schwanken.

Empfehlung 

Durch den Test in Verbindung mit einer Abstammungssicherung ist die Verbreitung des prcd-PRA-Defektallels genau kontrollierbar.
Es ist daher nicht ratsam Tiere, die das Defektallel aufweisen, bei der Zuchtauswahl auszuschließen. Bei der Paarung eines Tieres mit Status 'Träger' bzw. 'betroffen' mit einem Tier das 'frei' ist, wird keiner der Nachkommen an prcd-PRA erkranken. Vor dem Zuchteinsatz der Nachkommen aus einer solchen Anpaarung sollte jedoch deren Anlagestatus erhoben werden, um so die Anpaaarung mit einem Anlageträger zu vermeiden.