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Glossare

Begriff Definition
Maligne Hyperthermie (MH)

Beteiligte Erbanlagen

DNA-Test

Klinik der Erkrankung

Epidemiologie und Genetik

Beteiligte Erbanlagen

Gen   Bedeutung   Vererbung   Quelle
RYR1
  auslösende Ursache
  autosomal-dominant
  Roberts et al., Anesthesiology, 95 (3), 716-25.

DNA-Test

Der Test auf die RYR1-Mutation entlarvt die auslösende Ursache der MH.  Zur Bewertung siehe Epidemiologie und Genetik auf dieser Seite.

Die Ausführung des Tests ist dem Inhaber des Patentes und seinen Lizenznehmern vorbehalten. Generatio organisiert bei Bedarf die Untersuchung dort.

Allelausprägungen und Befund

 Allele     Befund    Bedeutung
 N/N
Normal/Normal Wildtyp 2 normale Erbanlagen
 N/m  normal/mutiert  'betroffen' Die Mutationswirkung wird eintreten und vererbt werden.
 m/m  mutiert/mutiert  'betroffen' Die Mutationswirkung wird eintreten und vererbt werden.



 

Klinik

Als Maligne Hyperthermie wird ein Syndrom (MHS) bezeichnet, bei dem es in Folge einer  pathologisch erhöhten Calciumkonzentration in der Skelettmuskulatur zum Sinken des Blutdrucks, erhöhter Herzfrequenz (Tachykardie), Ansteigen der Körpertemperatur und einer erhöhten CO2-Produktion kommt.
Auslöser können sein: flüchtige Anästhetika, depolarisierende Muskelrelaxantien sowie auch starke Kraftanstrengungen oder Hitzestress. Liegt die Anlage für  MH vor kommt es bei Narkosen vor dem Einsetzen der Muskelentspannung zu besonders intensiven, lang andauernden Faszikulationen, die auch beim Absetzen der Narkosemittel anhalten. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen (Dantrolen) sinkt der Blutdruck weiter ab, die Herzfrequenz wird unregelmäßig und setzt letztendlich ganz aus.
Nach dem Verenden tritt innerhalb kürzester Zeit (nach weniger als 2-15 min) die Totenstarre ein.

Bei Hunden tritt MHS in Einzelfällen bei einzelnen Rassen auf.  Die Prävalenz liegt bei ca. 1 zu 15.000. Es handelt sich um eine seltene Komplikation. (Roman T. Skarda: Maligne Hyperthermie. In: In: Peter F. Suter und Hans G. Niemand (Hrsg.): Praktikum der Hundeklinik. 10. Auflage. Paul-Parey-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-4141-X, S. 146)

Epidemiologie und Genetik

Auf Grund der geringen Fallzahlen sind Kopplungsanalysen innerhalb natürlicher Populationen nicht möglich. Zur Lokalisierung der verantwortlichen Erbanlage wurde daher aus einem Dobermann-Deutscher-Schäferhund-Mischling mit klinischer MHS eine Forschungskolonie aufgebaut.  Die ursächliche Mutation für MHS in dieser Forschungskolonie konnte dann identifiziert werden. (Roberts et al. 2001).

Die Verbreitung dieser Mutation innerhalb der caninen Population (Prävalenz) ist nicht bekannt, so dass die übliche, anerkannte Bewertung eines Testverfahrens nicht vorgenommen werden kann. Nutzt man die allgemeine klinische Häufigkeit (1 zu 15.000, siehe oben) ist schon deutlich, dass ein generelles Screening zur Mutation nicht sinnvoll ist.

 

MDR1-Gendefekt

Beteiligte Erbanlagen 

DNA-Test

Epidemiologie und Genetik zur Testbeurteilung

Klinik der Erkrankung

Empfehlung

Beteiligte Erbanlagen 

Gen   Bedeutung   Vererbung   Quelle
MDR1
  auslösende Ursache
  autosomal-rezessiv
  Mealey et al. 2001

DNA-Test 

Kennzahlen:

  • Häufigkeit der Erkrankung vor Einführung des Tests: Nicht bekannt
  • Häufigkeit bei Anwendung des Tests (= Prozentsatz der homozygoten
  • Defektallele/'Betroffene'):
Rasse    'betroffen'   Quelle
 Collie  33   Geyer et al., 2005
Shetland Sheepdog
   5,7
   
Australian Shepherd
   6,9    
Border Collie    0,3    
Old English Sheepdog
   0    
Wäller    0    
Bearded Collie
   0    
 Deutscher Schäferhund
   0    
  • Sensitivität: 100% ('betroffen' führt immer zur Erkrankung)
  • Spezifität: 100% (nicht betroffen  = 'frei' oder 'Träger', führt nicht zur Erkrankung)
  • Testverfahren evaluiert: Nein

Die Ausführung des Tests ist dem Inhaber des Patentes und seinen Lizenznehmern vorbehalten. Generatio organisiert die Untersuchung dort. TransMit Gießen

Allelausprägungen und Befunde MDR-1-Test

 Allele   Befund    Bedeutung
 MDR-1 +/+
frei 2 normale Erbanlagen
 MDR-1 +/-  Träger Die Mutationswirkung kann teilweise eintreten  und kann vererbt werden.
 MDR1 -/-  'betroffen' Die Krankheit wird ausgelöst und die Anlage wird vererbt.


Epidemiologie und Genetik zur Testbeurteilung 

Die Test identifiziert mit der Mutation sicher die Ursache, die zur Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Arzneimitteln führt. Spezifität und Sensitivität liegen bei 100%. Das heisst jedes Tier, das ein Defektallel trägt, wird auch sicher erkannt und Tiere, die das Allel nicht tragen, werden auch nicht erkranken.

Die veröffentlichten Häufigkeiten der Allele sagen noch nichts aus über das Risiko, dass bei einer Anpaarung das Defektgen homozygot auftreten wird. Entscheidend ist, ob und mit welcher Intensität in einer Abstammungslinie das Defekt-Allel segregiert.

Klinik  

Das MDR1-Gen codiert für einen Transporter in den Blutgefäßen. Bei dessen Ausfall können ansonsten im Blut zurückgehaltene Stoffe in die Gewebe übertreten und dort ihre Giftwirkung entfalten. Am empfindlichsten ist das Gehirn. Bei einer ganzen Reihe von Arzneimitteln können so mit den Standarddosierungen neurotoxische Symptome wie Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Erbrechen, Krämpfe und Zittern ausgelöst werden.

Empfehlung 

Besteht der Verdacht, dass ein Tier an MDR-1-Defekt leidet, sollte zur Klärung der Test ausgeführt werden. Es ist nicht erforderlich Tiere, die das Defektallel aufweisen, bei der Zuchtauswahl auszuschließen, da durch den Test in Verbindung mit einer Abstammungssicherung die Verbreitung des MDR1-Defektallels genau kontrollierbar ist. Bei der Paarung eines Tieres mit Status 'Träger' bzw. 'betroffen' mit einem Tier das 'frei' ist, wird ein  Nachkommen nur unter besonderen Umständen eine Arzneitmittelunverträglichkeit zeigen. Vor dem Zuchteinsatz der Nachkommen aus einer solchen Anpaarung sollte jedoch deren Anlagestatus erhoben werden, um so die Anpaaarung mit einem Anlageträger zu vermeiden.

Tiere, bei denen mutierte Allele gefunden wurden, sollten der Zuchtbuch führenden Stelle gemeldet werden. Mit diesen Informationen können die betroffenen Linien eingegrenzt und somit der Aufwand für die Untersuchungen reduziert werden.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit bei Nachkommen aus der Anpaarung von Elterntieren, die auf eine bestimmte Anlage als 'frei' von einem Defektallel getestet wurden, auf die Untersuchung zu verzichten, wenn die Abstammung bestätigt ist. Dem Nachkommen kann in diesem Fall ein Zertifikat 'frei durch Abstammung' ausgestellt werden.

 

VorkommenbeiRassengemGieen

Quelle: http://www.transmit.de/mdr1%2Ddefekt/rassen.html

 

 

Merle

Merle

'Merle' ist eine Farbvariation, die auf Grund der autosomal-dominanten Vererbung bei einer einzelnen Mutation im SILV-Gen auftritt. Voraussetzung ist, dass am E-Lokus eine 'E'-Anlage gegeben ist.

Bei reinerbigem Auftreten sind die Folgen je nach Rasse z.T. gravierende Gesundheitsschäden, so dass bei der Zucht die Paarung von Merle-Trägern nicht erlaubt ist. Neben den typischen Merle-Anlagen sind auch kryptische Anlagen beschrieben, die keine Merle-Zeichnung bewirken und in der Diagnostik unterschieden werden müssen. Bei der Zucht werden kryptische Anlagen wie typische Anlagen bewertet, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich eine kryptische Anlage bei Vererbung zu einer wirksamen Merle-Anlage ausweitet.

Der Merle-Test findet Anwendung zur Sicherstellung der Anpaarung mit einem Merle-Tier. Bei einer solchen Paarung darf nur eines der beiden Tiere Merle-Träger sein. Mit dem Test werden die Tiere erkannt, bei denen die Merle-Zeichnung verdeckt ist, nur geringgradig ausfällt oder eine kryptische Merle-Anlage vorliegt.

 

Generatio-Nomenklatur der mittels DNA-Untersuchnung erkennbaren Allele:

m: ist die Abkürzung für das wildtypische Allel

Merle: Merle-Allel, führt zur Merle-typische Fellzeichnung.

m-k: kryptisches Merle-Allel. Dieses Allel führt nach aktuellem Forschungsstand nicht zur Ausprägung von 'Merle'.