Rassenanalysen
DNA-Rassenanalyse bei Tieren
Rassen sind durch Zucht entstandene Populationen innerhalb einer Tierart. Durch gezielte Auswahl und Verpaarung über viele Generationen unterscheiden sie sich nicht nur im Aussehen und in der Nutzung. Sie unterscheiden sich auch in der Häufigkeit vieler genetischer Varianten.
Eine moderne DNA-Rassenanalyse nutzt diese Unterschiede. Sie untersucht keine einzelnen „Rassegene“, sondern viele Tausend über das Genom verteilte Marker, sogenannte SNPs. Statistische Verfahren vergleichen das Profil eines Tieres mit Referenzpopulationen. So ermitteln sie, welchen Rassen einzelne Genomabschnitte am ähnlichsten sind.
Was eine Rassenanalyse leisten kann, hängt von der Tierart ab. Beim Hund haben geschlossene Zuchtbücher viele klar unterscheidbare Rassen hervorgebracht. Bei Pferden sind die meisten Zuchtpopulationen dagegen durch Einkreuzungen verbunden. Die Details finden Sie auf den Seiten zur [Rassenanalyse beim Hund] und zur [Rassenanalyse beim Pferd].
Was bringt eine Rassenanalyse?
Tierhalter erfahren, woher ihr Tier stammt. Gerade bei Mischlingen erlaubt das Aussehen oft keine verlässlichen Rückschlüsse. Selbst erfahrene Tierheim-Mitarbeiter liegen dabei häufig falsch.
Tierärzte erhalten Hinweise auf Erkrankungen, die in bestimmten Populationen häufiger vorkommen. Eine Rassenanalyse ist keine Diagnose. Sie kann aber Anlass sein, bestimmte Risiken gezielt zu untersuchen.
Züchter und Zuchtvereine sehen bei konsequenter Anwendung, inwieweit Populationen reinrassig sind, ob es Subpopulationen gibt und wie groß der Anteil an 'Fremdanteil' ist. Das hilft, einer weiteren Verengung des Genpools durch gezieltes Anpaarungsmanagement vorzubeugen.
Woran erkennt man eine fundierte Rassenanalyse?
Entscheidend ist nicht die Zahl der Rassen die angeblich erkannt werden können. Wesentlich ist die Qualität der Genomdaten, der Referenzpopulationen und des statistischen Verfahrens.
Eine gute Referenzdatenbank enthält für jede Population ausreichend viele repräsentative Tiere. Sie kann außerdem eng verwandte Populationen unterscheiden. Fehlt die tatsächliche Herkunftsrasse, lässt sich nur die ähnlichste vorhandene Population bestimmen. Das ist eine häufige Ursache für unerwartete Ergebnisse. Auch verschiedene Anbieter kommen deshalb nicht immer zum gleichen Ergebnis.
Generatio verfügt über die jahrzehntelange Tätigkeit über einen der größten und breitesten Referenzdatensätze und ergänzt diesen ständig um aktuelle Studiendaten aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Unsere Ergebnisse sind durch vielfachen Abgleich bestätigt und zeigen nur, was tatsächlich sicher erkennbar ist.
Bitte beachten: Eine Rassenanalyse bestimmt genetische Ähnlichkeiten zu Referenzpopulationen. Sie rekonstruiert jedoch keine konkreten Abstammungslinien und bedingt damit keine zuchtbuchrechtliche Rassezugehörigkeit.
Rassenanalyse und genomische Inzucht kombinieren
Die SNP-Daten zur Rassenanalyse können eine weitere bedeutende, populationsgenetische Information liefern: Wie stark ist das Genom durch gemeinsame Vorfahren geprägt?
Stammen beide Eltern von gemeinsamen Vorfahren ab, erben die Nachkommen identische DNA-Abschnitte von beiden Seiten. Diese erscheinen als Runs of Homozygosity (ROH). Aus ihrem Anteil am Genom ergibt sich der genomische Inzuchtkoeffizient GIK_F-ROH. Lange ROH deuten auf nahe gemeinsame Vorfahren hin, kürzere auf weiter zurückliegende Inzuchtereignisse in den Vorfahren.
Beide Analysen ergänzen sich ideal:
Woher stammt mein Tier? Die Rassenanalyse vergleicht es mit Referenzpopulationen.
Wie eng waren seine Vorfahren verwandt? Die Inzuchtanalyse misst homozygote Abschnitte im individuellen Genom.