Faktoren der Belastungsmyopathien
Die Genetik bestimmt, ob ein Tier anfällig ist und das Risiko besteht, Symptome zu entwickeln. Umwelt, Haltung und Fütterung entscheiden oft, ob und wie stark die Erkrankung tatsächlich sichtbar wird.
Genetik legt die Grundlage
Im Detail ist die multi-faktorielle Belastungsmyopathie (inkl. PSSM/MIM-Formen) ein klassisches Beispiel für das Zusammenspiel von genetischer Prädisposition und Managementfaktoren.
Genetische Varianten, z. B. im GYS1-Gen (PSSM1) oder MIM-assoziierte Gene wie FLNC bestimmen:
- ob ein Pferd überhaupt anfällig ist
- wie stark Muskelzellen primär strukturell oder in Folge eines Soffwechselfehlers beeinträchtigt sind
- welcher Mechanismus vorliegt (z. B. gestörter Energiestoffwechsel vs. strukturelle Instabilität)
Ohne genetische Prädisposition tritt eine echte Belastungsmyopathie in der Regel nicht oder nur sehr selten auf. Details zu den einzelnen, derzeit bekannten Genen finden Sie unter: DNA-Testergebnisse zu PSSM1 und MIM verstehen
Zu beachten ist, dass derzeit nur die wichtigsten der möglichen genetischen Prädispositionen durch einen Test beurteilt werden können. Die Genetik an diesen testbaren Genen allein erklärt daher nicht alleine, wann Symptome auftreten oder wie schwer sie verlaufen.
Die Auslöser: Umwelt, Haltung und Training
Wichtige Einflussgrößen für das Auftreten der Symptome sind:
Bewegungsmanagement
- unregelmäßiges Training → hohes Risiko. „Wochenendpferde“ sind besonders gefährdet
Haltungsform
- Boxenhaltung mit wenig Bewegung; das Risiko ist erhöht
- Offenstall/Weide: das Risiko sinkt
Stress
- Transport, Stallwechsel, Turniere können Schübe auslösen
Trainingsintensität
- plötzliche Belastungsspitzen sind kritisch
Viele Schübe entstehen nicht „spontan“, sondern nach Managementfehlern.
Fütterung ist der stärkste modulierende Faktor
Die richtige, das heisst bedarfsgerechte Fütterung ist für jedes Pferd, unabhängig von seinen Veranlagungen ein wesentlicher Faktor für die Gesunderhaltung.
Bei einer Belastungsmyopathie lässt sich die Symptomatik je nach Art und Ausmaß der genetischen Vorbelastung durch eine darauf ausgerichtete Fütterung oft massiv reduzieren.
Spezielle unabhängige Beratungen, bei denen auch die sonstigen Faktoren erhoben werden, wären hier zu empfehlen.
Mehr zur: Fütterungsberatung