PSSM2, PSSM1 und MIM beim Pferd: Was steckt wirklich hinter den Muskelproblemen?
26.05.2026
Nicht eine Krankheit – sondern ein komplexes Zusammenspiel
Ein zentrales Ergebnis des Fachartikels: Bei Belastungsmyopathien handelt es sich nicht um eine einzelne, klar abgrenzbare Erkrankung, sondern um ein vielschichtiges Krankheitsbild mit unterschiedlichen Ursachen. Die Autoren sind sich einig, dass zur korrekten Bewertung der oft unspezifischen Symptomatik möglichst alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden müssen – genetische Veranlagung, Fütterung, Training, Haltungsbedingungen und individuelle Stressbelastung.
Symptome ernst nehmen – aber nicht vorschnell urteilen
Zu den typischen Anzeichen einer Belastungsmyopathie zählen Muskelhärte und -verspannungen, Steifheit, Taktunreinheiten, wechselnde Lahmheiten, starkes Schwitzen oder plötzliche Widersetzlichkeit. Bei chronischen Verläufen – wie sie häufig bei MIM beobachtet werden – kommen Muskelabbau und ausbleibender Muskelaufbau hinzu. Da viele dieser Symptome auch auf ganz andere Ursachen hinweisen können, ist eine sorgfältige Differentialdiagnose unerlässlich.
Die Autoren betonen: Genetische Befunde – etwa aus einem PSSM1- oder MIM-DNA-Test – sollten niemals isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist stets die Kombination aus genetischer Veranlagung, klinischem Bild mit tierärztlicher Bewertung und den individuellen Umweltfaktoren des Pferdes.
Interdisziplinäre Diagnostik als Schlüssel
Für eine fundierte Abklärung empfehlen die Experten ein mehrstufiges Vorgehen: Anamnese und klinische Untersuchung, gegebenenfalls ergänzt durch eine Muskelbiopsie. Parallel dazu sollten Haltung, Ernährung und Trainingsbelastung kritisch überprüft werden. Gentests auf MIM und PSSM1 liefern das entscheidende zusätzliche Puzzleteil – als Teil des Gesamtbildes und zur Klärung der bestehenden genetischen Belastung.
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