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DNA-Tests zur Belastungsmyopathie

Der Symptomkomplex der Belastungsmyopathie lässt sich je nach Form, mehr oder weniger stark ausgeprägt, auf Varianten in bestimmten Genen zurückführen. 

 

Zu diesen stehen die DNA-Test zu PSSM1 und  MIM-6-Var. zur Verfügung. 

 

Da die jetzt im MIM-6-Var.-Test adressierten Gene nicht, wie zunächst angenommen, für eine sekundäre PSSM (= PSSM2) verantwortlich sind, gibt es derzeit für PSSM2, ebenso wie für RER noch keinen Gentest. Neuere Studien belegen zwar, dass bei PSSM2 und RER erbliche Komponenten vorliegen; diese konnten jedoch mit den aktuell verfügbaren analytischen Methoden noch nicht näher eingegrenzt werden.

MIM-6-Variant-Test (vormals PSSM2-Test)

Hierbei werden Gene adressiert, die zu Formen der Belastungsmyopathie führen, bei denen die Symptomatik auf einer primär gestörten Integrität der Muskelzellen beruht. Eine solche Integritätsproblematik ist z.B. gegeben, wenn Strukturproteine nicht richtig ausgebildet werden können oder die Muskelzelle infolge fehlender Neutralisation interner Abbauprodukte geschädigt wird.

 

DNA-Test MIM-6-Var. |  enthalten auch im

DNA-Test-Paket EM-9-Gene (Excertional Myopathy - 9 gene panel)

DNA-Test-Paket MIM + PSSM1 

Im MIM-6-Var.-Test enthaltene Zielgene
Gen | DefektvarianteErkrankung / LinkBeitrag
MYOT | P2MIM - MFM (Myotilinopathie)
Link EquiSeq
Stabilität der Muskelfasern bei der Kontraktion
FLNC | P3MIM - MFM (Filaminopathie)
Link EquiSeq
Integrität der Längsverbindungen (Z-Scheibe) der
Muskelfasern
MYOZ3 | P4MIM - MFM (Myozeninopathie)
Link EquiSeq
Anheften von Kontraktionsproteinen 
an der Z-Scheibe
PYROXD1 | P8MIM - PYROXD1
Link EquiSeq
Beteiligt an der Abwehr von Zellgiften,
Neutralisation von Sauerstoffradikalen
COLA6A3 | K1MIM - COL6A3
Link EquiSeq
Beteiligt am 'Endomysium', 
der inneren Stützstruktur der Muskelfasern
CACNA2D3 | Pxim MIM - CACNA2D3
Link EquiSeq
indirekter Marker für Varianten bei der 
Signalübertragung zur Muskelkontraktion

PSSM 1 - Test

PSSM  (Poly-Saccharid-Speicher-Myopathie )-Typ 1 wird durch einen Defekt des Enzyms ‘Gys1’ (Glykogensynthetase 1) hervorgerufen. Die GYS1-Mutation führt zu einer Überregulierung des gebildeten Enzyms. Die vermehrte Synthese von Glykogen führt zu einem Überschuss, wenn dieses nicht verbraucht wird. Die Folge ist eine krankhafte Einlagerung in der Muskulatur, die dann zu den Symptomen führt.

Der Begriff PSSM2 stammt aus der Beobachtung, dass bei symptomatische Pferden, die eine PSSM haben (laut Biopsieergebnis), keine GYS1-Mutation vorliegt. 

Die jetzt unter dem Begriff MIM-6-Variant-Test (siehe oben) zusammengefassten Genvarianten (P2, P3, P4, P8, K1) waren zunächst als Kandidaten für das Auslösen der PSSM2-Fälle postuliert und als Test dafür angeboten worden. 
Nachdem durch verstärktes Mutationsscreening offenbar wurde, dass diese Varianten unabhängig vom Glykogenstoffwechsel ihre Schadwirkung entwickeln, wurde die neue Nomenklatur mit dem Überbegriff MIM eingeführt.

Zu PSSM2 als Untergruppe der PSSM gibt es daher keinen DNA-Test. Zur Bestätigung oder zum Ausschluss wäre eine Muskelbiopsie erforderlich, für die jedoch bestimmte Einschränkungen zu beachten sind.

 

DNA-Test PSSM1 |  enthalten auch im

DNA-Test-Paket EM-9-Gene (Excertional Myopathy - 9 gene panel)

DNA-Test-Paket MIM + PSSM1 

Maligne Hyperthermie

Maligne Hyperthermie (MH) entsteht durch eine Mutation im Gen RYR1. Die Mutation ist dominant, bereits bei einer einzelnen defekt Genkopie kommt es zu Muskelabbau mit hohem Fieber und Atembeschwerden, wenn bestimmte Narkosemittel gegeben werden, oder die Pferde beansprucht werden. MH führt in etwa 34% der Fälle zum Tod des Pferdes. Die Krankheit kommt bei Quarter Horses und verwandten Rassen vor, ist aber aufgrund der Testmöglichkeit inzwischen sehr selten. 

 

DNA-Test MH |  enthalten auch im

DNA-Test-Paket EM-9-Gene (Excertional Myopathy - 9 gene panel)

MYH1-Myopathie (früher IMM)

Die MYH1-Myopathie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der ein Pferd eine Immunreaktion gegen bestimmte eigene Muskelproteine entwickelt. Es gibt zwei klinische Erscheinungsformen von MYHM:

  • die immunvermittelte Myopathie (IMM) und
  • die nicht-belastungsabhängige Rhabdomyolyse.

Die getestete Genmutation ist ein Risikofaktor für diese Erkrankungen. Die Krankheit ist unvollständig autosomal dominant und tritt bei Quarter Horses und verwandten Rassen, sowie Mischlingen mit diesen, auf.

 

DNA-Test MYH1 |  enthalten auch im:

DNA-Test-Paket EM-9-Gene (Excertional Myopathy - 9 gene panel)

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