Centronukleäre Myopathie (CNM)

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Begriff Definition
Centronukleäre Myopathie (CNM)

Beteiligte Erbanlagen  

DNA-Test

Klinik der Erkrankung

Epidemiologie und Genetik

Beteiligte Erbanlagen

Gen   Bedeutung   Vererbung   Quelle
PTPLA
  auslösende Ursache
  autosomal-rezessiv
  Pele et al., Hum. Mol. Genet., 2005,Vol. 14, No 11, 1417-1427
            Tiret et al., Hum Genet (2003) 113: 297-306

Pele und Tiret beschreiben, dass sie die Mutation aus einem Pedigree isoliert haben, der aus der gezielten Zucht von klinisch kranken Labradoren entstanden ist. Ziel war die Schaffung eines experimentellen Modells für die sehr seltene autosomal-rezessiv vererbte Myopathie des Menschen. Da auch beim Labrador die Krankheit sehr selten ist und als spontan auftretend beschrieben ist, gab es keine Daten, auf die sich eine Kopplungsanalyse hätte stützen können. Gemäß der üblichen Nomeklatur hat die untersuchte Mutation die Bezeichnung PTPLA *g9459-9460ins236 erhalten.

Erste Untersuchungen zum Auftreten der Mutation an Tieren ausserhalb des experimentellen Stammbaums ergaben keine Treffer. Die Anwendung des Tests zur Paarungsplanung sowie als diagnostisches Mittel haben eine geringe Häufigkeit der Mutation bestätigt.

Gentilini et al., 2011 (Journal of Veterinary Diagnostic Investigation Vol. 23 Issue 1, 124-126) haben die Häufigkeit des Auftretens der Mutation an einer Stichprobe von Labrador Retrievern in Italien untersucht.  Das mutierte Allel ist danach in 0,47% der Tiere vorhanden. Für den homozygoten Zustand ('betroffen') wird unter der Annahme von Hardy-Weinberg Bedingungen eine Häufigkeit von 1 in 20.000 Tieren abgeleitet.

DNA-Test   

Der Test auf die PTPLA-Mutation bestimmt den Status der Anlage, die von Pele et al. aus dem experimentellen Stammbaum identifiziert wurde.  Unter Epidemiologie und Genetik auf dieser Seite wird der Aussagewert des Testes für eine Normalpopulation beschrieben.

Allelausprägungen und Befunde

 Allele   Befund    Bedeutung
 N/N
  frei 2 normale Erbanlagen
 N/CNM  Träger Die Mutationswirkung wird nicht eintreten, kann aber vererbt werden.
 CNM/CNM  'betroffen'  Die Krankheit CNM wird ausgelöst, die Anlage immer vererbt.




Klinik   

CNM steht für centronucleäre Myopathie. Sie ist beschränkt auf den Labrador Retriever. Andere Bezeichnungen sind HMLR (hereditäry myopathy of labrador retrievers) oder LRM (Labrador Retriever Myopathie).  Die Krankheit besteht in einer allgemeinen Muskelschwäche, die wiederum eine Vielzahl von Symptomen hervorruft. Erste Manifestationen zeigen sich ab dem 6. Monat als vorzeitige Ermüdung, allgemeine Schwäche, schwankender Gang und reduzierte Muskelmasse.

Die klinische Diagnose erfolgt über eine histopathologische Untersuchung, bei der sich charakteristische Veränderungen zeigen.

Epidemiologie und Genetik

Für die Bewertung eines DNA-analytischen Testverfahrens wie der oben beschriebene Test auf PTPLA-Mutation *g9459-9460ins236 zur Identifikation von Tieren, die CNM-Träger oder CNM-betroffen sind, helfen folgende Größen:

1. Häufigkeit mit die Erkrankung in einer Population vorkommt (Prävalenz).
2. Häufigkeit des Genotyps 'betroffen' bei den Tieren, die die Krankheit zeigen (Sensitivität).
3. Häufigkeit des Genotyps 'nicht betroffen' bei den Tieren, die die Krankheit NICHT zeigen (Spezifität).

 Rasse Prävalenz  Sensitivität  Spezifität
 Labrador Retriever   k.A  100 %  100 %

Der PTPLA-Test ist sicher in Bezug auf die Aussage zur Mutation und kann als diagnostisches Hilfsmittel eingesetzt werden. Die Häufigkeit der Erkrankung, die durch das Zusammentreffen von 2 mutierten Anlagen ('betroffen') entsteht, ist jedoch sehr gering.

Problematisch kann eine Anlage für eine seltene Erbkrankheit wie CNM nur werden, wenn ein Tier, das die Anlage verborgen trägt, sehr viele Nachkommen hat und diese untereinander gepaart werden.

Entscheidend ist das Auftreten der Erkrankung zu erfassen, falls es vorkommt. Dann sollte mit dem DNA-Test abgeklärt werden, ob es sich bei den beteiligten Tieren um die CNM handelt, die durch die PTPLA-Mutation ausgelöst wird.