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Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS Pferd)

Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) ist eine Bindegewebserkrankung bei Warmblütern, welche zur Hautablösung führt. Betroffene Fohlen sterben oder müssen eingeschläfert werden. Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt.

Synonym: Ehlers-Danlos-Syndrom VI

 

DNA-Test: verfügbar im Shop

Symptome

  • Hautablösungen vom Körper ohne Fremdeinwirkung bei neugeborenen Fohlen.
  • Trennung von Haut und Unterhaut ohne Blutungen.
  • Fohlen unternimmt keine oder nur schwache Aufstehversuche.
  • Überdehnbare Gelenke.
  • Die Mehrheit der Fohlen wird nicht zu Ende ausgetragen – meistens kommt es zum spontanen Abort oder sie werden tot geboren.

Allgemeine Information

  • Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) ist eine Bindegewebserkrankung bei Warmblütern, welche zur Hautablösung führt.
  • Mutation im PLOD1-Gen. Dieses codiert für das PLOD1-Protein, welches zur Unterstützung der Kollagenfasern dient, damit sich diese falten und verbinden können → essentiell für die strukturelle Integrität des Körpers: Haut, Membran, Gelenke.
  • Betroffene Tiere müssen leider immer nach einigen Stunden eingeschläfert werden.
  • Ähnlich die Bindegewebserkrankung „Ehlers-Danlos-Syndrom“ (Typ IV) beim Menschen ausgelöst durch eine Mutation im PLOD1-Gen (LH1) (Winand, 2011).
  • Verdacht (bislang selten dokumentiert und kaum untersucht): Die meisten FFS-Trächtigkeiten enden in spontanen Aborten.

 

Seit 2019 müssen alle in der Zucht aktiven Hengste getestet und die Ergebnisse öffentlich gemacht werden (Eintragungsbestimmungen Hengstbuch I / II laut ZVO).

Betroffene Rassen

Warmblüter und Vollblüter

Beteiligtes Gen | DNA-Test

Dieser Mutationstest dedektiert die Veränderung eines einzelnen Basenpaars (c.2032G>A) im PLOD1-Gen.

 

Dieser Test wird von einem Partnerlabor durchgeführt.

 

Test im Shop

Genotyp und Laborbefund

Erbgang: autosomal-rezessiv

→ Die Krankheit tritt nur auf, wenn beide Kopien des Gens (ffs/ffs) von der Mutation betroffen sind. Pferde, die nur eine Kopie der auslösenden Mutation haben (N/ffs) sind klinisch gesunde Trägertiere.

 

Genotypen:

 

N/N = genetisch normal

Das Pferd besitzt keine Anlagen für WFFS und kann diese somit nicht an die Nachkommen weitergeben.

 

N/ffs = ein Träger

Das Pferd ist klinisch gesund. Die auslösende Mutation wird zu 50% an die Nachkommen weitergegeben.

 

ffs/ffs = betroffen

Das Pferd wird nicht lange genug leben, um sich fortzupflanzen.

Empfehlungen für die Zucht

  • Trägertiere können mit normalen Tieren verpaart werden (N/ffs x N/N). Bevor die Nachkommen für die Zucht verwendet werden, sollte getestet werden, ob diese nornmal oder Trägertiere sind.
  • Die Verpaarung von zwei Trägertieren (N/ffs x N/ffs) sollte vermieden werden, da eine Wahrscheinlichkeit von 25% besteht, dass die Nachkommen betroffen sind.
  • Betroffene Tiere (ffs/ffs) überleben nicht lang genug, um mit ihnen zu züchten.

Literatur

Monthoux, C., de Brot, S., Jackson, M., Bleul, U., Walter, J.: Skin malformations in a neonatal foal tested homozygous positive for Warmblood Fragile Foal Syndrome. BMC Vet Res 11:12, 2015. Pubmed reference: 25637337. DOI: 10.1186/s12917-015-0318-8.

 

Am 12.04.2019 hielt die wissenschaftliche Leitung der CAG Melissa Cox im Rahmen des 6. Liebenberger Pferdeforums eine Präsentation über das Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS). Die Präsentation steht ab sofort allen Interessierten zur Verfügung, die mehr über die Krankheit erfahren möchten. 2019-04-12 CAG GmbH – Liebenberger Pferdeforum – WFFS – Cox

 

Weitere Informationen sind auf der Webseite: Online Mendelian Inheritance in Animals verfügbar.

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