crd-PRA

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Begriff Definition
crd-PRA

crd-PRA - Synonym crd3-PRA

Betroffene Rassen

Beteiligte Erbanlagen

DNA-Test

Epidemiologie und Genetik zur Testbeurteilung

Klinische Bedeutung

Empfehlung

Literatur

Betroffene Rassen

Rauhhaarteckel

Beteiligte Erbanlagen

Betroffenes GenNPHP4

Untersuchte MutationNPHP4 *g62,913,591–62,913,770del180

Vererbung: autosomal-rezessiv

QuelleWiik et al., Genome Res. 2008 18(9): 1415-1421

Die Mutation im NPHP4, die zu crd-PRA bei Rauhhaarteckeln führt, ist vermutlich erst von ca 35-40 Jahren aufgetreten, damit erst nachdem die einzelnen Teckelrassen ausgebildet waren. Daraus erklärt sich das auf Rauhhaarteckel beschränkte Vorkommen. Die bei den Rauhhaarteckeln auftretende Mutation im NPHP4-Gen gilt bei dieser Rasse als die bisher einzige Mutation, die zu einer crd-PRA führt. Da bei anderen Rassen noch weitere Mutationen bekannt sind, die eine crd-PRA auslösen können, wird die crd-PRA der Rauhhaarteckel auch mit crd3-PRA-bezeichnet.

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DNA-Test crd-PRA/crd3-PRA

Allelausprägungen und Befunde

N/N - reinerbig frei

Das untersuchte Tier hat 2 normale Erbanlagen. Mit diesen Anlagen ist es gesund und kann nur intakte Erbanlagen weitergeben. Unabhängig vom Status des Paarungspartner werden die Nachkommen des untersuchten Tieres nicht an der getesteten PRA-Form erkranken.

N/crd-PRA - mischerbiger Träger

Die Mutationswirkung wird nicht eintreten, kann aber vererbt werden. Bei Verpaarung mit einem gesunden Tier sind im Mittel 50% der Nachkommen Trägertiere. Paarungen mit Trägern müssen vermieden werden, da 25% der Nachkommen reinerbig-betroffen sein würden.

crd-PRA/crd-PRA - reinerbig betroffen

Das untersuchte Tier hat 2 defekte Erbanlagen. Die Krankheit wird eintreten und die Anlage wird an alle Nachkommen vererbt. Eine Anpaarung sollte nur mit crd-PRA-freien Tieren erfolgen. Alle Nachkommen einer solchen Paarung sind mischerbig und würden die Krankheit selbst nicht entwickeln.

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Epidemiologie und Testbeurteilung

Der Test identifiziert mit der Mutation sicher die Ursache, die zur crd-PRA/crd3-PRA führt. Spezifität und Sensitivität liegen bei 100%. Das heisst jedes Tier, das ein Defektallel trägt, wird sicher erkannt und Tiere, die das Allel nicht reinerbig tragen, werden nicht an der crd3-Form der PRA erkranken.

Laut einer Studie aus Norwegen liegt die Häufigkeit der mutierten Anlage in der dortigen Population bei 4.8%.

Kennzahlen zur Testbewertung

  • Häufigkeit der Erkrankung vor Einführung des Tests: Nicht bekannt
  • Entwicklung der Häufigkeit nach Einführung des Tests: Nicht bekannt
  • Sensitivität: 100% ('betroffen' führt immer zur Erkrankung)
  • Spezifität: 100% (nicht betroffen  = 'frei' oder 'Träger', führt nicht zur Erkrankung)
  • Evaluierung: Die Kennzahlen zur Sensitivität und Spezifität sind nach dem aktuellen Stand zutreffend. 

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Klinische Bedeutung

Unter PRA (fortschreitender Abbau der Netzhaut) wird eine Vielzahl von Krankheitsbildern zusammengefasst, die meist im späteren Lebensabschnitt auftreten und langsam fortschreitend letztendlich zur Erblindung führen. Als genetisch bedingte Auslöser sind Defekte in einer Vielzahl verschiedener Gene identifiziert worden, die abh. von Spezies und Rasse von unterschiedlicher Bedeutung sind. Die als crd-PRA bezeichneten Unterformen haben als Charakteristikum den Verlust der als 'Zapfen' bezeichneten Netzhautzellen, während zu Beginn die 'Stäbchenzellen' weitgehend intakt bleiben. 

Betroffene Tiere haben bereits in den ersten Lebenswochen erste Symptome wie das Weitstellen der Pupillen. Mit Fortschreiten der degenerativen Vorgänge kommt es durch den Ausfall der für das Tagessehen erforderlichen 'Zapfenzellen' zur Tagblindheit. Im Verlauf weitet sich der Zerfall auch auf die Stäbchenzellen aus, so dass das Tier vollständig erblindet.

Das Alter beim Eintreten der Erkrankung und die Geschwindigkeit des Verlaufs können deutlich schwanken. Mittels Augenuntersuchung kann die Degeneration der Zapfen festgestellt werden. Tritt ein solcher Befund bei Rauhhaarteckeln auf, sollte zur Abklärung der Ursache der DNA-Test durchgeführt werden. 

Eine Behandlung der crd-PRA ist nicht möglich. Für das betroffene Tier gibt es jedoch keine weiteren mutationsbedingten gesundheitlichen Einschränkungen und dank ihres ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinns finden sich die Tiere in gewohnter Umgebung gut zurecht. 

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Empfehlung

Durch den Test in Verbindung mit einer Abstammungssicherung ist die Verbreitung des crd-PRA/crd3-Defektallels genau kontrollierbar. Es ist daher nicht ratsam Tiere, die das Defektallel aufweisen, bei der Zuchtauswahl auszuschließen.

Bei der Paarung eines Tieres mit Status 'Träger' bzw. 'betroffen' mit einem Tier das 'frei' ist, wird keiner der Nachkommen an crd-PRA/crd3 erkranken. Vor dem Zuchteinsatz der Nachkommen aus einer solchen Anpaarung sollte jedoch deren Anlagestatus erhoben werden, um so die Anpaaarung mit einem Anlageträger zu vermeiden.

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Literatur

Wiik, A.C., Wade, C., Biagi, T., Ropstad, E.O., Bjerkås, E., Lindblad-Toh, K., Lingaas, F.: A deletion in nephronophthisis 4 (NPHP4) is associated with recessive cone-rod dystrophy in standard wire-haired dachshund. Genome Res 18:1415-21, 2008. Pubmed reference: 18687878. DOI: 10.1101/gr.074302.107

Wiik, AC., Thoresen, SI., Wade, C., Lindblad-Toh, K., Lingaas, F: A population study of a mutation allele associated with cone-rod dystrophy in the standard wire-haired dachshund. Anim Genet 40:572-4, 2009. Pubmed reference: 19392817. DOI: 10.1111/j.1365-2052.2009.01877.x.

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