Direkt zum Inhalt
« Zurück zur Lexikon-Übersicht

Von-Willebrand-Krankheit Typ 1 (VWD1 Hund)

Bei der Von-Willebrand-Krankheit Typ 1 (VWD1) handelt es sich um eine Blutgerinnungsstörung. Der Von-Willebrand-Faktor spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Tritt die Krankheit auf, herrscht ein Mangel an diesem Faktor oder er ist defekt, wodurch die betroffenen Tiere Symptome wie intensives und anhaltendes Bluten bei Verletzungen (z.B. auch nach Operationen) aufzeigen.

Die Krankheit (Typ 1) kommt beim Dobermann vor. Sie wird autosomal-rezessiv vererbt.

 

DNA-Test: verfügbar im Shop

Symptome

  • Intensives und anhaltendes Bluten bei Verletzungen (z.B. auch nach Operationen)
  • Schlechte Wundheilung

Allgemeine Information

  • Der Von-Willebrand-Faktor (VWF) spielt eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung.
  • Zu geringe Konzentration des VWF oder Defekte desselben führen zu erhöhter Blutungsneigung bei selbst kleinen Verletzungen.
  • Es gibt drei verschiedene Typen der Von-Willebrand-Krankheit in verschiedenen Hunderassen.
  • VWD1 ist weniger schwerwiegend als Typ 2 und 3.

Betroffene Rassen

Dobermann

Beteiligtes Gen | DNA-Test

Dieser Mutationstest zeigt die Veränderung eines einzelnen Basenpaares (c.7437G>A) im Exon 43 des VWF-Gens.

 

Test im Shop

 

Auch im Doberman 1 Paket

Genotyp und Laborbefund

Erbgang: autosomal-rezessiv

→ Die Krankheit tritt nur auf, wenn beide Allele des Gens von der Mutation betroffen sind (vwd1/vwd1). Hunde, die nur ein Allel mit der auslösenden Mutation haben (N/vwd1) sind klinisch gesunde Trägertiere.

 

Genotypen:

 

N/N = genetisch normal

Der Hund besitzt keine Anlagen für die VWD1 Krankheit und kann diese somit nicht an die Nachkommen weitergeben.

 

N/vwd1 = ein Träger

Der Hund ist ein klinisch gesunder Träger. Die Variation wird zu 50% an die Nachkommen weitergegeben, welche dann ebenfalls Träger sind.

 

vwd1/vwd1 = betroffen

Die Variation wird zu 100% an die Nachkommen weitergegeben. Die Nachkommen sind Träger oder betroffen.

Empfehlungen für die Zucht

  • Trägertiere können mit normalen Tieren verpaart werden (N/vwd1 x N/N). Bevor mit den Nachkommen gezüchtet wird, sollte getestet werden, ob diese normal oder Trägertiere sind.
  • Die Verpaarung von zwei Trägertieren (N/vwd1 x N/vwd1) sollte vermieden werden, da eine Wahrscheinlichkeit von 25% besteht, dass die Nachkommen betroffen sind.
  • Betroffene Tiere (vwd1/vwd1) sollten von der Zucht ausgeschlossen werden.

Literatur

Gentilini, F., Turba, M.E. : Two novel real-time PCR methods for genotyping the von Willebrand disease type I mutation in Doberman Pinscher dogs. Vet J 197:457-60, 2013. Pubmed reference: 23911791. DOI: 10.1016/j.tvjl.2013.02.023.  

 

Nichols, T.C., Hough, C., Agersø, H., Ezban, M., Lillicrap, D. : Canine models of inherited bleeding disorders in the development of coagulation assays, novel protein replacement and gene therapies. J Thromb Haemost 14:894-905, 2016. Pubmed reference: 26924758. DOI: 10.1111/jth.13301.

 

Weitere Informationen sind auf der Webseite: Online Mendelian Inheritance in Animals verfügbar.

« Zurück zur Lexikon-Übersicht