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Hyperurikosurie und Hyperurikämie (HUU Hund)

Bei der Hyperurikosurie und Hyperurikämie (HUU), scheiden Hunde Harnsäure anstatt von Allantoin mit dem Urin aus. Dadurch bilden sich vermehrt Harnsteine, welche zu Problemen führen können.

Die Krankheit kommt bei vielen Rassen vor. Sie wird autosomal-rezessiv vererbt.

Synonym: Urolithiasis

 

DNA-Test: verfügbar im Shop (im Labrador Retriever B Paket)

Symptome

  • Vermehrte Bildung von Harnsteinen
  • Verschluss der Harnwege
  • Blasenentzündung
  • Blut im Harn

Allgemeine Information

  • Hunde, die an Hyperurikosurie und Hyperurikämie (HUU) leiden, scheiden Harnsäure anstatt von Allantoin mit dem Urin aus.
  • Dadurch bilden sich vermehrt Harnsteine, die z.T. operativ entfernt werden müssen.

Betroffene Rassen

Die meisten Rassen:

American Staffordshire Terrier, Australian Shepherd, Boerboel, Bulldogge, Dalmatiner, Deutscher Schäferhund, Großer Münsterländer, Kromfohrländer, Labrador Retriever, Lagotto Romagnolo, Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Parson (Jack) Russell Terrier, Pomeranian, Russischer Schwarzer Terrier, Teckel, Weimaraner, Zwergschnauzer etc.
 

Beteiligtes Gen | DNA-Test

Dieser Mutationstest detektiert eine Veränderung eines einzelnen Basenpaares (c.563G>T) im SLC2A9 Gen.

 

Die meisten Dalmatiner sind homozygot für diese Mutation und damit betroffen.

 

Test im Shop (im Labrador Retriever B Paket)

Genotyp und Laborbefund

Erbgang: autosomal-rezessiv

→ Die Krankheit tritt nur auf, wenn beide Allele des Gens von der Mutation betroffen sind (huu/huu). Hunde, die nur ein Allel mit der auslösenden Mutation haben (N/huu) sind klinisch gesunde Trägertiere.

 

Genotypen:

 

N/N = genetisch normal

Der Hund besitzt keine Anlagen für HUU und kann diese somit nicht an die Nachkommen weitergeben.

 

N/huu = ein Träger

Der Hund ist ein klinisch gesunder Träger. Die Variation wird zu 50% an die Nachkommen weitergegeben, welche ebenfalls Träger sind.

 

huu/huu= betroffen

Die Variation wird zu 100% an die Nachkommen weitergegeben. Die Nachkommen sind Träger oder betroffen.

Empfehlungen für die Zucht

  • Trägertiere können mit normalen Tieren verpaart werden (N/huu x N/N). Bevor die Nachkommen in der Zucht eingesetzt werden, sollte getestet werden, ob diese normal oder Trägertiere sind.
  • Die Verpaarung von zwei Trägertieren (N/huu x N/huu) sollte vermieden werden, da eine Wahrscheinlichkeit von 25% besteht, dass die Nachkommen betroffen sind.
  • Betroffene Tiere (huu/huu) sollten von der Zucht ausgeschlossen werden.

Literatur

Donner, J., Kaukonen, M., Anderson, H., Möller, F., Kyöstilä, K., Sankari, S., Hytönen, M., Giger, U., Lohi, H.: Genetic Panel Screening of Nearly 100 Mutations Reveals New Insights into the Breed Distribution of Risk Variants for Canine Hereditary Disorders. PLoS One 11:e0161005, 2016. Pubmed reference: 27525650. DOI: 10.1371/journal.pone.0161005.

 

Bannasch, D., Safra, N., Young, A., Karmi, N., Schaible, RS., Ling, GV.: Mutations in the SLC2A9 gene cause hyperuricosuria and hyperuricemia in the dog. PLoS Genet 4:e1000246, 2008. Pubmed reference: 18989453. DOI: 10.1371/journal.pgen.1000246.

 

Weitere Informationen sind auf der Webseite Online Mendelian Inheritance in Animals verfügbar.

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