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Immunvermittelte Myositis (IMM Pferd)

Bei immunvermittelter Myositis (eng.: immune-mediated myositis - IMM) kommt es zur Immunreaktion gegen die eigenen Muskelzellen und damit Muskelschwund, oft nach Infektionen oder Impfungen.

Die Krankheit kommt beim Quarter Horse und verwandten Rassen vor. Sie wird unvollständig autosomal-dominant vererbt.

Synonym: MYH1-Myopathie

Symptome

  • Muskelschwund (vor allem Hinterhand)
  • Muskelsteifheit
  • Allgemeine Schwäche

Allgemeine Information

  • Bei der immunvermittelten Myositis (eng.: immune-mediated myositis - IMM) wandern Lymphozyten (Abwehrzellen) in die Muskelfasern und es kommt zur Immunreaktion gegen die eigenen Muskelzellen.
  • Der Muskelschwund kann sehr schnell fortschreiten und einige Monate anhalten, bis es zur Besserung kommt.
  • IMM wird häufig durch äußere Faktoren („Trigger“) wie Infektionen oder Impfungen hervorgerufen, wenn die genetische Veranlagung vorliegt.
  • Betroffene Pferde zeigen Symptome meist vor dem 8. Lebensjahr oder nach dem 17. Lebensjahr.

Betroffene Rassen

Quarter Horse und verwandte Rassen

Beteiligtes Gen | DNA-Test

Dieser Mutationstest zeigt die Veränderung eines einzelnen Basenpaares (chr11:g.53345548T>C) im MYH1-Gen.

Genotyp und Laborbefund

Erbgang: unvollständig autosomal-dominant

→ Tiere mit einer oder zwei Kopien der Variation (n/My oder My/My) sind betroffen. In diesem Fall werden die Symptome durch äußere Faktoren, z.B. Infektionen oder Impfungen, ausgelöst.

 

Genotypen:

 

n/n = normal

Das Pferd besitzt keine Anlagen für IMM und kann diese somit nicht an die Nachkommen weitergeben.

 

n/My = betroffen (mischerbig)

Die Variation wird zu 50% an die Nachkommen weitergegeben, welche ebenfalls betroffen sind (mischerbig).

 

My/My = betroffen (reinerbig)

Die Variation wird an alle Nachkommen weitergegeben. Die Nachkommen sind ebenfalls betroffen.

Empfehlungen für die Zucht

Dieser Test soll zur Bestätigung oder als Ausschluss einer IMM-Diagnose dienen.

Durch die stark variable Ausprägung der Symptome (nicht alle Pferde mit dieser Variation werden tatsächlich krank), ist noch nicht gänzlich geklärt, ob und wie dieser Test die Zuchtempfehlungen beeinträchtigt.

Sollte ein Pferd jedoch Symptome zeigen, sollte dieses aus der Zucht ausgeschlossen werden, besonders bei Reinerbigkeit (My/My).

Literatur

Gianino et al., (2019). Prevalence of the E321G MYH1 variant for immune-mediated myositis and nonexertional rhabdomyolysis in performance subgroups of American Quarter Horses. J Vet Intern Med. 33:897-901. https://doi.org/10.111/jvim.15393.

 

Valberg, S.J. et al. (2018). An E321G MYH1 mutation is strongly associated with nonexertional rhabdomyolysis in Quarter Horses. J Vet Intern Med.1-8. https://doi.org/10.111/jvim.15299.

 

Durward-Akhurst, S.A., Valberg, S.J. : Immune-Mediated Muscle Diseases of the Horse. Vet Pathol 55:68-75, 2018. Pubmed reference: 28129093. DOI: 10.1177/0300985816688755.

 

Finno et al. (2018). A missense mutation in MYH1 is associated with susceptibility to Immune-mediated myositis in Quarter Horses. Skelet Muscle 8(1):7. https://doi.org/10.1186/s13395-018-0155-0.
 

Weitere Informationen sind auf der Webseite: Online Mendelian Inheritance in Animals verfügbar.

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