Haarlänge

Suche nach Begriffen im Glossar (Reguläre Ausdrücke erlaubt)
Beginnt mit Enthält Genauer TrefferKlingt ähnlich wie ...

Glossare

Begriff Definition
Haarlänge

Haarlänge | L-Locus  

Rassen

Beteiligte Erbanlagen

Anwendung DNA-Test

Epidemiologie und Genetik zur Testbeurteilung

Bedeutung

Empfehlung

Literatur

Anwendbar bei:

allen Hunderassen bis auf Afghane, Akita Inu und Eurasier; Mischlingshunde.

Beteiligte Erbanlagen 

Betroffenes Gen: FGF5

Untersuchte Mutation: FGF5:c.284G>T  

Vererbung: autosomal-dominant

Quelle: Housley and Venta (2006), Animal Genetics, 37, 309-315. / Cadieu et al. (2009), Science 326(5949), 150-15

Die untersuchte Mutationstelle ist bei den meisten Hunderassen dafür verantworlich, ob ein Tier langes oder kurzes Fell bekommt. Basis der ursprünglichen Arbeit zur Identifikation der DNA-Stellen waren die Rassen Corgi, Collie, Border Collie, Deutscher Schäferhund und Zwergdackel. In späteren Untersuchungen konnte die Mutation bei weiteren Rassen als auslösende Ursache bestätigt werden. Nur bei Rassen mit sehr langem Fell, wie Afghanen, beruht die Haarlänge auf anderen Genen.  

Weitere Mutationen des FGF5-Gens, die bei anderen Rassen als auslösende Ursache für Langhaarigkeit beschrieben worden sind:

  • FGF5:g.8193T>A und FGF5:c.559_560dupGG Mutationen in Afghanen
  • FGF5:c.556_571del16 Mutation in Eurasiern
  • FGF5:c.578C>T Mutation in Akita Inu.

nach oben 

Anwendung DNA-Test 'Haarlänge' 

Der Test identifiziert sicher diejenigen kurzhaarigen Tiere, die neben der Anlage für Kurzhaarigheit (dominant) auch die verdeckte Anlage für Langhaarigkeit tragen, wie sie durch die FGF5:c.284G>T Mutation ausgelöst wird.

Allelausprägungen und Befunde

L/L -  reinerbig Langhaar

Das untersuchte Tier hat 2 Erbanlagen für Langhaarigkeit. Mit dieser Anlagenausstattung kann es keine Kurzhaarigkeit entwickeln und auch keine Erbanlagen dafür weitergeben. Bei Anpaarung auf ein für 'Kurzhaarigkeit' reinerbiges Tier würden, aufgrund der dominanten Wirkung der Kurzhaar-Variante, alle Nachkommen einer solchen Paarung kurzhaarig sein. 

Da langhaarige Tiere immer reinerbig für die Mutation sind und daher kein Test erforderlich ist, wird dieser Befund allein der Vollständigkeit wegen hier aufgeführt.

Achtung: Die Bezeichnung der Allele hat sich in vielen anderen Laboren geändert. Der Buchstabe 'L' steht dort jetzt für das Kurzhaar-Allel, l (kleines L) für das Allel der Langhaarigkeit. Ursache ist die internationale Vergleichbarkeit. Bei Generatio bleiben wir wegen der vielen Altbefunde bei der herkömmlichen Nomenklatur, ergänzen diese aber um eine entsprechende Beschreibung.

K/L - mischerbig kurzhaarig

Der Hund trägt eine Anlage für Kurzhaar und eine Variante für Langhaarigkeit. Das untersuchte Tier ist selbst kurzhaarig. Es kann sowohl die Kurzhaar-, als auch die Langhaar-Anlage des FGF5-Gens an seine Nachkommen weitergeben. Bei Paarung mit einem anderen mischerbigen Tier sind 25% der Nachkommen langhaarig.  

K/K - reinerbig kurzhaarig

Der Hund hat in beiden Kopien des FGF5-Gens die 'Kurzhaar'-Variante und kann nur Anlagen für 'Kurzhaarigkeit' vererben, so dass alle Nachkommen des Tieres mit diesem Befund kurzhaarig sein werden. Bei Paarung mit einem mischerbig-kurzhaarigen Tier sind 50% der Nachkommen Träger der Anlage für Langhaarigkeit.

nach oben 

Epidemiologie und Testbeurteilung 

Der Test identifiziert die FGF5:c.284G>T Mutation welche in den meisten Rassen bei reinerbigem Vorliegen zur Langhaarigkeit führt. 

nach oben 

Bedeutung 

Der Test kann zur Auswahl bei der Zusammenstellung von Paarungen eingesetzt werden. 

nach oben 

Empfehlung

Bei Rassen, in denen die Kurzhaarigkeit ein wesentliches Merkmal ist, sollte zumindest eines der beiden zur Paarung vorgesehenen Tiere auf Haarlänge getestet worden sein.

Zeigt der Test Mischerbigkeit der Anlagen, wäre auch das zweite Tier zu untersuchen, um sicher zu gehen, dass dieses nicht auch mischerbig ist. 

nach oben 

Literatur

Cadieu, E., Neff, M.W., Quignon, P., Walsh, K., Chase, K., Parker, H.G., Vonholdt, B.M., Rhue, A., Boyko, A., Byers, A., Wong, A., Mosher, D.S., Elkahloun, A.G., Spady, T.C., André, C., Lark, K.G., Cargill, M., Bustamante, C.D., Wayne, R.K., Ostrander, E.A.: Coat variation in the domestic dog is governed by variants in three genes. Science 326:150-3, 2009. Pubmed reference: 19713490. DOI: 10.1126/science.1177808.

Housley, D.J. and Venta P.J.: The long and the short of it: evidence that FGF5 is a major determinant of canine 'hair'-itability.Anim Genet. 2006 Aug;37(4):309-15. PMID: 16879338 DOI: 10.1111/j.1365-2052.2006.01448.x

DISTL, O., Dierks, C. Mömke, S. PHILIPP, U.: Long hair phenotype in canidae, European Patent Application EP-2728016-A1 - Rechtsstatus: zurückgezogen. Link öffnen

nach oben ↑